Bad Harzburg, Harlingerode, Brandeinsatz

Forsthaus Ahrendsberg niedergebrannt



Gemeldeter Waldbrand entpuppt sich als Gebäudefeuer - keine 24 Stunden nach dem Feuer in Harlingerode war die Feuerwehr erneut im Großeinsatz. Mitten im Wald zwischen Bundesstraße 4 und Okertalsperre brannte das Waldpädagogikzentrum Harz.

Für die Feuerwehr der Stadt Bad Harzburg geht eins der bis dato arbeitsreichsten Wochenenden des Jahres zu Ende. Nur wenige Stunden nachdem die Letzten die Einsatzstelle in Harlingerode verlassen hatten, ertönte der nächste Alarm. Mit einer unklaren Feuermeldung im Bereich des Hunebergsteinbruchs wurden die Ortsfeuerwehren Bad Harzburg und Harlingerode um 20.47 Uhr am Sonntagabend mit dem Stichwort „Waldbrand“ auf die Bundesstraße 4 aufwärts Richtung Torfhaus alarmiert.

Mehrere Notrufe waren in der Leitstelle eingegangen und meldeten einen örtlich nicht genau zu lokalisierenden Feuerschein von Schulenburg (Samtgemeinde Oberharz) blickend Richtung Hunebergsteinbruch und umliegendes Waldgebiet. Parallel zu den Kräften aus der Kurstadt wurde durch den alarmierenden Disponenten auch der Ortsbrandmeister Schulenberg in Einsatz gebracht – als ortskundige Einsatzkraft fuhr dieser die Adresse des Meldenden an um bei der Findung des Schadensortes helfen zu können. Er konnte die Meldung direkt bestätigen und half über Funk den Harzburger Kräften bei der Orientierung im Wald. Nach kurzer Erkundung konnte dann auch der Brand ausfindig gemacht werden – nicht Vegetation stand in Brand, sondern das alte Forsthaus Ahrendsberg, welches vom Nationalpark Harz als Waldpädagogikzentrum genutzt wird.

Umfangreiche Nachalarmierung

Bei Eintreffen unserer ersten Kräfte standen bereits beide ausgebauten Etagen in Vollbrand und ein Teil der Dachkonstruktion war bereits eingestürzt. Direkt wurde das Stichwort auf „Feuer Groß – Gebäudefeuer“ erhöht. Neben der Nachforderung von der dort örtlich zuständigen Feuerwehren Altenau, Schulenberg und Clausthal-Zellerfeld, wurde auch Sondergerät der Feuerwehrtechnischen Zentrale Goslar durch den initial mitalarmierten Kreisbrandmeister angefordert. Der Einsatzleitwagen vom Typ 2, als Hilfsmittel des Einsatzleiters (nach Eintreffen der stlv. Gemeindebrandmeister Oberharz) zur Einsatzdokumentation und Koordination der Kräfte und Mittel. Und, weil trotz eines vor Ort befindlichen 30 m³ Löschwasserbehälters der Bedarf deutlich höher zu erwarten war, auch der Abrollbehälter Löschmittel, welcher als Pufferspeicher und Übergabepunkt der im Einsatzverlauf nachgeforderten wasserführenden Fahrzeuge des Wassertransportzugs des Stadtfeuerwehrverbands Goslar diente. Zusätzlich wurde aus der etwa 2km entfernt liegenden Okertalsperre eine Wasserförderstrecke mit etwa 170 Meter Höhenunterschied aufgebaut.

Brandbekämpfung über zwei Drehleitern

Die eigentliche Brandbekämpfung erfolgte über mehrere Rohre im Außenangriff und zwei Drehleitern aus Bad Harzburg und Altenau. Da das Hauptgebäude bei Ankunft bereits in Vollbrand stand und dort eine vollständige Zerstörung nicht mehr zu verhindern war, lag der Schwerpunkt auf dem Schutz des direkt angebauten Nebengebäudes, in welchem sich eine Großküche und mehrere Sozial- und Unterkunftsräume befanden. Dies war auch erfolgreich, ein Übergreifen des Feuers konnte verhindert werden.

Um sich einen Überblick der weitläufigen Einsatzstelle schaffen und eine Lageentwicklung dokumentieren zu können, wurde auch der Multikopter mit Wärmebildkamera der Feuerwehr Bad Harzburg eingesetzt.

Für einen Großteil der Einsatzkräfte der Stadt Bad Harzburg war der Einsatz gegen 2.00 Uhr vor Ort beendet, sie wurden aus dem laufenden Einsatz ausgelöst. Lediglich für die Besatzung des Einsatzleitwagens 2, welcher durch Kräfte der Ortsfeuerwehr Harlingerode besetzt wird, und auch den hautamtlichen Gerätewart, dieser wurde mit einem Gerätewagen Logistik zum Transport von Schlauchmaterial nachgefordert, ging der Einsatz noch deutlich länger. Sie waren erst gegen 5.00 Uhr schlussendlich am Standort wieder eingerückt.

Leider wurden im Einsatzverlauf insgesamt drei Einsatzkräfte verletzt (davon einer aus der Stadt Bad Harzburg), sie wurden medizinisch versorgt – wir wünschen allen gute Besserung.

Auch die Schutz- und Kriminalpolizei war vor Ort, sie hat schon während der laufenden Löscharbeiten die ersten Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Über die genaue Schadenshöhe kann seitens der Feuerwehr keine Aussage getroffen werden.

Eingesetzte Kräfte aus Bad Harzburg

Ortsfeuerwehr Bad Harzburg mit drei Führungsfahrzeugen, zwei Löschgruppenfahrzeugen, zwei Tanklöschfahrzeugen, Drehleiter und Rüstwagen. Das Hilfeleistungslöschfahrzeug stand in der verwaisten Halle zur Sicherung des Grundschutzes besetzt in Bereitschaft. Ortsfeuerwehr Harlingerode mit einem Führungsfahrzeug, zwei Löschgruppenfahrzeugen, dem Gerätewagen Logistik und dem Einsatzleitwagen Typ 2 (Standort FTZ Goslar). Auch der Stadtbrandmeister und sein Stellvertreter wurden initial mitalarmiert und waren vor Ort.