Bad Harzburg, Bettingerode, Bündheim-Schlewecke, Harlingerode, Westerode, Brandeinsatz

Großbrand in Harlingerode



Am frühen Samstagabend brannte es auf dem Außengelände eines Recyclingbetriebes an der Landstraße Richtung Oker: Mit zeitweise weit über 100 Einsatzkräften wurde die schnell zum gewünschten Ziel führende Brandbekämpfung betrieben, sowie parallele Luft- und Wasser-Schadstoffmessungen und die Bevölkerungswarnungen durchgeführt.

Am Samstag, den 26.09.2020 wurde um 17:53 Uhr der Leitstelle in Goslar durch einen Spaziergänger eine Rauchentwicklung auf dem Gelände der Firma Electrocycling gemeldet. Nach Alarm- und Ausrückeordnung rückten die Feuerwehren aus Harlingerode, Oker und  Bad Harzburg an. Den ersteintreffenden Einsatzkräften aus Harlingerode bot sich unter der Einsatzleitung ihres Ortsbrandmeisters Tim Schinke ein Lagebild, welches einen langwierigen Einsatz vermuten ließ. Auf dem Gelände der Recycling- Firma stand ein Haufen Schreddermaterial in Brand. Dieses geschredderte Material bestand aus Haushaltsgeräten.

Brandbekämpfung an der Einsatzstelle

Schnell wurden durch den Ortsbrandmeister Tim Schinke mehrere Brandabschnitte gebildet.
Die Feuerwehr Harlingerode übernahm mit ihrem Wasserwerfer den rechten Brandabschnitt des Einsatzes und die Feuerwehr Oker mit ihrem Wasserwerfer den linken. Kurz darauf wurde die Drehleiter zwischen beiden Brandabschnitten positioniert. In der Anfangsphase des Einsatzes wurde Mehrbereichsschaummittel verwendet, um die Eindringtiefe in das Brandgut zu erhöhen. Zu einem späteren Zeitpunkt des Einsatzes übernahm der Stadtbrandmeister Axel Breustedt die Einsatzleitung.

Zum letztendlichen Löscherfolg führte die Zumischung des Sonderlöschmittels A500F EA als Netzmittel. (Dieses Netzmittel wird vom Landkreis in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in der Bassgeige vorgehalten). Dadurch war es möglich, das Brandgut mit einem Radlader auseinanderzuziehen und von Trupps unter Atemschutz mit Hohlstrahlrohren abzulöschen.
Infolge dessen war es von Nöten, dass die Feuerwehr Westerode die Atemschutzsammelstelle übernahm und somit dafür sorgte, dass immer einsatzbereite Feuerwehrkameradinnen und -kameraden zur Verfügung standen.

Die Wasserversorgung auf dem Gelände gestaltete sich für die Feuerwehr aufgrund der hohen Wasserförderleistungen als schwierig. Zusätzlich zu den beiden Hydranten wurde ein Löschwasserbecken verwendet. Am Saugstutzen dieses Beckens verschmutzten jedoch die Pumpen der Feuerwehr zu schnell. Folglich brachte die Feuerwehr Oker eine Schwimmpumpe zum Einsatz, durch welche es möglich war, ohne Schwebstoffe das Wasser zu entnehmen.

Das Löschwasser wird bei Auslösung der Brandmeldeanlage automatisch in einen Tank auf dem Gelände geleitet, um nicht die Kanalisationen und die Kläranlagen zu verschmutzen.

Sonderfahrzeuge der Kreisfeuerwehr

Durch den Kreisbrandmeister Uwe Fricke wurden mehrere Sonderfahrzeuge des Landkreises der Einsatzstelle zugeführt. Dazu zählten der Einsatzleitwagen 2, der Schlauchwechselwagen und der Abrollbehälter mit dem Sonderlöschmittel A500F.

Zu einem frühen Zeitpunkt des Einsatzes wurden sämtliche Mess- und Spürfeuerwehren des Landkreises an die Einsatzstelle beordert, um nötigenfalls Messungen durchzuführen. Vorsorglich fuhren die Feuerwehren Bettingerode und Neuwallmoden mit zwei Mobilen Warnanlagen die Stadt ab, um die Bevölkerung zu bitten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten. Im Verlauf des Einsatzes wurden die Standorte der Warnanlagen an das Wetter angepasst, da durch den Regen der Schall nicht so gut wahrzunehmen war.

Parallel wurde die Bevölkerung über die Social-Media von Feuerwehr und Polizei mit Informationen versorgt. Kurz bevor die beiden Feuerwehren alle Bürger der Stadt warnen konnten, wurde schon wieder Entwarnung gegeben.

Unter dem Leiter der Mess- und Spürfeuerwehren Klaus Kiene wurden mehrere gerichtsverwertbare Luft- und Gewässerproben genommen. Diese wurden über die Polizei dem Gewerbeaufsichtsamt zugeführt. Mit dem Fachberater CBRN Kay Kosemund wurde festgestellt, dass sich in der Luft an der Brandstelle keine gesundheitsgefährdende Konzentration an Gefahrstoffen befand.

Ein verletzter Feuerwehrkamerad

Im Laufe des Einsatzes verletzte sich ein Kamerad der Feuerwehr Harlingerode bei einem Schlauchplatzer an seinem Rücken. Dieser wurde ambulant im Krankenhaus untersucht und ist erst einmal zur Genesung krankgeschrieben.

Wir wünschen dem Feuerwehrkameraden baldige Genesung, auf dass wir bald wieder mit ihm Einsätze abarbeiten können.

Abschließend bleibt zu sagen, dass alle Feuerwehrkameraden, welche im Einsatz waren, diese Tätigkeiten neben Familie und Beruf wahrnehmen und somit ihre Freizeit für die Allgemeinheit opfern.

Bezüglich der Brandursache bitten wir Sie, sich an keinerlei voreiligen Spekulationen zu beteiligen. Die Brandursachenermittlung ist Aufgabe der Polizei.