Bad Harzburg, Veranstaltungen

JHV 18 - Ortsfeuerwehr Bad Harzburg



Wir blickten auf eines der einsatzreichsten Jahre zurück. Mit zahlreichen Grußworten, Ehrungen und Beförderungen fand am vergangen Samstag die diesjährige Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Bad Harzburg statt.

Gestern Abend fand in der Feuerwache Bad Harzburg – für viele der 80 ehrenamtlichen Brandschützer im vergangenen Jahr oft zu einem zweiten Zuhause am Holzhof geworden – in feierlichen Rahmen und mit zahlreichen geladenen Gästen die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Harzburg statt.

Zahlreiche Gäste sind der Einladung gefolgt

Ortsbrandmeister Markus Hirsch konnte neben Vertretern aus Rat und Verwaltung, darunter Bürgermeister Ralph Abrahms und die Mitarbeiterin der Abteilung für öffentliche Ordnung Silvia Abresche, auch Stadtbrandmeister Jürgen Volk und den Kreisbrandmeister Uwe Fricke begrüßen. Der ständige Vertreter des Landesbranddirektors und Mitglied der Feuerwehr Bad Harzburg Karsten Göwecke und der leitende Branddirektor der BF Bremen und Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Karl-Heinz Knorr, ebenfalls seit 40 Jahren Mitglieder in der Feuerwehr Bad Harzburg, folgten genau so der Einladung, wie Vertreter befreundeter und zum Teil benachbarten Feuerwehren aus Goslar, Braunlage und Langelsheim.

Auch ohne das Hochwasser jede Menge Arbeit

Das Hochwasser im Sommer war ohne Frage einer der prägendsten Einsätze und hat uns über mehrere Tage an die Leistungsgrenzen gebracht, und zeitweise wohl auch darüber hinaus. Wir haben viel darüber berichtet und auch in den Medien war tagelang davon zu lesen. Der Zuspruch aus der Bevölkerung war nahezu umwerfend und hat uns einfach nur unfassbar stolz gemacht.

Aber auch an den anderen 350 Tagen im Jahr hatten wir jede Menge zu tun, die Zahlen zeigen es. Durchschnittlich 1,3-mal am Tag piepten unsere digitalen Meldeempfänger und riefen uns zum Einsatz – ehrenamtlich neben Beruf und Familie. Insgesamt 465 Einsätze (im Vorjahr 218, 205 durch das Hochwasser), darunter 94 Brandeinsätze und 315 technische Hilfeleistungen, stehen am Ende des Jahres auf dem Zettel. Nimmt man das Hochwasser im Sommer raus, immer noch eine Steigerung von rund 15 Prozent.

Automatische Feuermeldungen, also die Auslösung einer Brandmeldeanlage oder der piepende Heimrauchmelder, zählten dabei genau so zu den Schwerpunkten, wie die Notfalltüröffnungen oder die Unterstützung des Rettungsdienstes. Gar nicht wertend, aber dies gehört mittlerweile zum Tagesgeschäft unserer freiwilligen Feuerwehr.

Zu den nennenswerten Einsätzen im Berichtszeitraum 2017 gehören auch der Kellerbrand im Februar, bei dem acht Personen zum Teil mit Fluchthauben, zum Teil über tragbare Leitern gerettet werden mussten.

Ein Großbrand in einem leerstehenden Gebäude im Harzburger Ortsteil Bündheim genauso, wie am gleichen Tag abends ein weiterer Großbrand in Harlingerode. Hier musste die gesamte Feuerwehr der Stadt Bad Harzburg mit Hilfe von Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis, Unterstützung aus Braunschweig und dem angrenzenden Land Sachsen-Anhalt, rund 100t Elektroschrott bei einem Recycling-Unternehmen löschen. Oder dann zum Jahresende der Wohnungsbrand in der Bismarckstraße, bei dem leider eine Person trotz schneller Rettung und intensivmedizinischer Erstversorgung später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen war.

Aus- und Weiterbildungsdienste für ein hochwertiges Angebot an Sicherheitsdienstleistung

Wer aufhört sich weiterzubilden, der hat aufgehört gut zu sein. Die Aus- und Weiterbildung zieht sich wie ein roter Faden durch die Feuerwehr. So auch bei uns. Neben 86 Ausbildungsdiensten am eigenen Standort, entsandte die Feuerwehr Bad Harburg insgesamt 10 Teilnehmer zu Lehrgängen auf Kreisebene, an die Feuerwehrtechnische Zentrale nach Goslar. Weiter nahmen 14 Feuerwehrmänner und -frauen an verschiedenen Lehrgängen der FTZ Northeim und FF Duderstadt teil, dies waren meist Lehrgänge für die Ausbildung und Betreuung bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Wer in Goslar die umfangreiche Grundausbildung in verschiedensten Tätigkeiten der freiwilligen Feuerwehr absolviert hat, für den geht es weiter an die Akademie für Brand- und Katastrophenschutz Niedersachsen, nach Celle oder Loy. Im zurückliegenden Jahr waren dort 12 Bad Harzburger Einsatzkräfte, zum Beispiel zur Ausbildung zum Zugführer oder zum Umgang mit gefährlichen Stoffen.  Ein geplantes Wochenendseminar „Hochhausbrandbekämpfung“ auf Stadtebene fiel leider dem enormen Einsatzaufkommen beim Hochwasser zum Opfer – aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben.

Ehrungen und Beförderungen

So eine Jahreshauptversammlung ist traditionell auch der Termin im Kalender, wo Ehrungen von langjährig, ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmännern und -frauen vorgenommen werden oder Beförderungen nach gewissen Zeiträumen und absolvierten Lehrgängen an den unterschiedlichsten Lehreinrichtungen vollzogen werden. So auch bei uns.

Folgende Ehrungen gab es im Beisein von Stadtbrandmeister Jürgen Volk und Kreisbrandmeister Uwe Fricke. Für ihren umsichtigen und höchst professionellen Einsatz bei einem Brand Ende letzten Jahres in der Bismarckstraße, wurden Patrick Röhnelt, Dennis Kroker, Daniel Hinze und Florian Hinze mit der Ehrennadel in Bronze des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen ausgezeichnet. Vierzig Jahre ehrenamtlich im Dienste des Bürgers, dafür wurden die beiden Kameraden Horst-Dieter Michel und Heinz Ludwig ausgezeichnet.

Aber auch im Dienstgrad ging es für einige Kameradinnen und Kameraden oben, nach entsprechender Zugehörigkeit und den erforderlichen Lehrgängen. Jan Engelhard, Yannik-Finn Himstedt und Domenik-Alexander Mauksch sind zum Feuerwehrmann befördert wurden. Florian Hinze und Mario Steigleder zum Ober- beziehungsweise Hauptfeuerwehrmann. Florian Karlstedt und René Krautstrunk wurden in ihren Funktionen stellv. Gruppenführer zum Löschmeister befördert, Gruppenführer der 4. Gruppe Heiko Friedrich und der stellv. Stadtjugendfeuerwehrwart Dennis Kronjäger jeweils zu Oberlöschmeistern. Eine ganz besondere Beförderung kam dem stellv. Zugführer des 2. Zuges zu Ehren, Norman Wieczorek wurde zum Brandmeister befördert.

Das letzte Wort am Abend hat traditionell die rechte Hand des Chefs

Wie auch schon bei vielen vorangegangen Jahreshauptversammlungen hat der stellvertretende Ortsbrandmeister Thomas Schmalz das letzte Wort und die Aufgabe, den offiziellen Teil der Versammlung zu beenden. In ein paar Worten nutzte er die Chance auch Markus Hirsch für die geleistete Arbeit im zurückliegenden Jahr zu danken. Ein Schiff brauch seinen Kapitän und neben vielen Rechten und Annehmlichkeiten, hat man als Ortsbrandmeister vor allem auch eins, viel ehrenamtliche Schreibtischarbeit zwischen den Einsätzen, Diensten und Veranstaltungen. Und noch etwas ganz wichtiges, bei der Größe solch einer Feuerwehr, die Verantwortung für eine Personenzahl eines mittelständischen Unternehmens zu tragen. Die Jungs und Mädels heil in und auch wieder aus dem Einsatz nach Hause zu bringen, denn eins dürfen wir bei allem nicht vergessen: Wir machen das alles ehrenamtlich. Für Bad Harzburg. Neben Beruf und Familie.