Bad Harzburg, Einsätze

Rückblick des Ortsbrandmeisters Uwe Fricke



Ein Rückblick des Ortsbrandmeisters auf die letzten zehn Jahre

(Dez. 2005 bis Dez. 2015)

Feuerwehrarbeit bei der Bad Harzburger Feuerwehr

 

Bautätigkeiten:
Mit der Übernahme der Amtsgeschäfte am 14. Dezember 2005 galt das Augenmerk des neuen Ortsbrandmeisters zuerst dem kameradschaftlichen Wohle. Aus diesem Grund wurde der Teeküchenbereich im alten Feuerwehrhaus Bad Harzburg grundlegend in Eigenleistung mit den Kameraden der Einsatzabteilung umgestaltet. Da zuerst die finanziellen Mittel aus dem städtischen Haushalt nicht vorhanden waren, wurden auch für 5.000.- Euro die Küchenmöbel aus der Kameradschaft finanziert. Aus dem städtischen Haushalt wurde später ein Großteil des Geldes an die Feuerwehrkameradschaft zurück erstattet. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch keiner der Kameradinnen und Kameraden ahnen, dass wenige Jahre später ein komplett neues Feuerwehr gebaut werden würde. Einhergehend mit dem Teeküchenumbau musste auch ein neues Büro für die Leitung der Feuerwehr geschaffen werden, da durch die Küchenerweiterung das ehemalige Büro des Ortsbrandmeisters weggefallen war. Im Umkleideraum der Damendusche wurde das neue Büro dann errichtet, da die Dusche damals nicht genutzt wurde. In die eigentliche Dusche wurde zudem ein Teil der Kleiderkammer integriert.

Die folgenden Jahre standen ganz im Zeichen, eine deutliche Verbesserung der baulichen Substanz zu erreichen. In unzähligen Gesprächen, Schreiben und Sitzungen wurde darauf gedrängt, für die Jugendfeuerwehr und für die Einsatzabteilung das Feuerwehrhaus zu ertüchtigen. Ein erstes Konzept für die Erweiterung des Feuerwehrhauses wurde im Juni 2004 vorgelegt. Im Februar 2007 musste aufgrund der massiven Schimmelbildung der gesamte Kellerbereich gesperrt werden. Hierdurch wurde die Jugendfeuerwehr „obdachlos“. Bis zum Jahr 2009 folgten viele weitere Sitzungen, allein von Januar bis April 2009 wurden vom Ortsbrandmeister, dem stellv. Ortsbrandmeister und dem stellv. Stadtbrandmeister über 230 Planungsstunden geleistet. Baubeginn war schlussendlich im Frühjahr 2010 und der Grundstein für die neue Fahrzeughalle wurde am 15. Juni 2010 gelegt. Am 14.02.2012 folgte die Einweihung des neuen Um- und Erweiterungsbaus. Hierbei leistete die Feuerwehr einen nicht unerheblichen Eigenanteil an Arbeitsleistungen im Wert von ca. 94.000.- Euro.

Mit der Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses war aber das Ende der Umbautätigkeit noch nicht erreicht. In den darauf folgenden Jahren wurde sehr viel Zeit und auch viel Geld in die Ausstattung des Stabsraumbereiches investiert. Nur durch die innovativen Ideen der Einsatz- und Führungskräfte gelang es, diesen Bereich des Feuerwehrhauses zu einem im Landkreis Goslar führenden Einsatzmittel der taktisch-operativen Einsatzführung zu entwickeln. Im Jahr 2015 wurde letztendlich das Feuerwehrhaus zu einem von vier TEL-Standorten im Landkreis Goslar auserkoren. Als derzeit letzte bauliche, bzw. ausstattungsmäßige Arbeit konnte zum Jahresende die Neugestaltung des Gerätewartbereiches abgeschlossen werden. In der alten Fahrzeughalle wurde ein Alarmgerätelager integriert und in den ehemaligen Garagen neben dem Schlauchturm befindet sich heute ein Schaummittellager, so dass insgesamt 3.600 Liter Mehrbereichsschaummittel im Feuerwehrhaus für die Brandbekämpfung bereit stehen.

In schwierigen Verhandlungen konnte zudem eine deutliche Verbesserung der Parkplatzsituation am Feuerwehrhaus erreicht werden.

Öffentlichkeitsarbeit:
Die bereits vorhandene, aber noch in den Kinderschuhe steckende Homepage der Feuerwehr Bad Harzburg wurde durch den damaligen Webmastern Stefan Spieß, Thomas Breuer und dem Ortsbrandmeister auf ein Content Management System umgestellt und umfangreich ausgebaut. Es war die Geburtsstunde des Fachbereichs Öffentlichkeitsarbeit, der in den späteren Jahren zum heutigen Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mutierte und mittlerweile das wichtigste Aushängeschild der Bad Harzburger Feuerwehr geworden ist. Es folgte zudem der Aufbau eines „corporate identity“ und die Feuerwehr firmiert seitdem nach Außen hin unter dem Namen „Bad Harzburger Feuerwehr“. Die Hauptarbeit wurde bislang durch die Mitglieder des Fachbereiches, den Kameraden Florian Karlstedt und Dennis Kronjäger, sowie dem Ortsbrandmeister Uwe Fricke erledigt. Einhergehend mit dem Ausbau des Fachbereiches Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde auch die Stelle eines Pressesprechers bei der Bad Harzburger Feuerwehr eingeführt und wie sich in der jüngsten Vergangenheit gezeigt hat, war dies der richtige Schritt zu einer zukunftsträchtigen Öffentlichkeitsarbeit, die mittlerweile niedersachsenweit hohe Anerkennung findet.

Fahrzeugbestand:
In der Zeit von 2005 bis 2015 konnten einige Fahrzeuge beschafft werden. Hierbei handelte es sich bis auf drei Ausnahmen allesamt um Ersatzbeschaffungen für in die Jahre gekommene Einsatzfahrzeuge. Es begann mit der Indienststellung eines großen Tandemanhängers im April 2008. Danach folgte im Jahr 2009 (in Dienst gestellt am 20.09.2009) der neue Rüstwagen. Die Beschaffung des Rüstwagens wurde erstmals vom Kameraden Ture Schönebeck, seines Zeichens stellv. Leiter der Berufsfeuerwehr Bremen intensiv mit begleitet und es wurde ebenfalls zum ersten Mal ein singlebereiftes Einsatzfahrzeug bei der Bad Harzburger Feuerwehr in Dienst gestellt. Der Einsatzleitwagen wurde im Innenausbau optimiert und technisch aufgewertet und wird seitdem als „Guckebus“ scherzhaft bezeichnet. Mit der Indienststellung des Rüstwagens fand auch erstmals im Landkreis Goslar die heute schon weit verbreitete Heckwarnschraffur an den Einsatzfahrzeugen Einzug. Mittlerweile sind bis auf den Einsatzleitwagen alle Fahrzeuge der Bad Harzburger Feuerwehren mit dieser sinnvollen Warnmarkierung versehen. Im Jahr 2011 wurde der Mannschaftstransportwagen ersetzt. Ein Jahr später erfolgte der Innenausbau, so dass die Zusatzbeladungen Gefahrgut und die Messleitungsausrüstung sinnvoll verlastet werden konnten. Auf den Rüstwagen folgte die Ersatzbeschaffung des LF 8 schwer. Hierfür wurde ein Löschgruppenfahrzeug LF 10 mit Sonderbeladung Gefahrgut im Jahr 2012 in Dienst gestellt. Über den Förderverein konnte im März 2013 ein kleiner PKW-Anhänger mit Plane und Spriegel beschafft werden. Er hat mittlerweile viele gute Dienste geleistet. Seit 2013 ist die Feuerwehrführung, wieder mit Unterstützung des Kameraden Ture Schönebeck und dem Zugführer und zukünftigen Ortsbrandmeister Markus Hirsch dabei, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 zu beschaffen. In der Jahresmitte 2015 erfolgte letztendlich die Bestellung bei der Herstellerfirma. Das Fahrzeug im Wert von ca. 440.000.- Euro soll im Herbst 2016 ausgeliefert werden. Zu guter Letzt wurde im Herbst 2015 ein gebrauchter Mannschaftstransporter für die Jugend- und Kinderfeuerwehr in Dienst gestellt. Dieses zusätzliche Fahrzeug war notwendig geworden, damit die Kinder- und Jugendlichen nach den heute gültigen Rechtsvorschriften befördert werden können. Somit konnten in den letzten 10 Jahren Einsatzfahrzeuge im Wert von knapp 1 Million Euro bei der Bad Harzburger Feuerwehr in Dienst gestellt bzw. bestellt werden.

Operativ taktische und innovative Veränderungen:
Vom Ortsbrandmeister wurde im Jahr 2006 eine Führungsgruppe bestehend aus dem Ortsbrandmeister, seinem Stellvertreter und den drei Zugführern und ihren Stellvertretern ins Leben gerufen.

Zur gerechteren Verteilung der Einsatzbelastung wurde im Jahr 2010 eine weitere Kleinalarmschleife eingeführt, so dass es seitdem die Kleinalarmschleifen A und B gibt. Eine wichtige Neuerung war die mit Stichtag 08.09.2006 erfolgte Einführung des Brandmeisters vom Dienst, kurz BvD genannt. Seit der Einführung versehen in regelmäßigem Wechsel die Führungskräfte der Bad Harzburger Feuerwehr einen einwöchigen Bereitschaftsdienst und unterstützen hierbei maßgeblich die Leitung der Feuerwehr.

Vor wenigen Jahren wurde auf Initiative des Ortsbrandmeisters und der Kameraden Kai Michel und Serkan Kalayci der Fachzug Absturzsicherung und Seilbahnrettung auf Stadtebene gegründet.

Durch die Möglichkeiten im Stabsraum auch große Einsatzlagen abzuarbeiten, wurde erst in jüngster Vergangenheit die ÖEL Bad Harzburg (Örtliche Einsatzleitung der Stadt Bad Harzburg) ins Leben gerufen. Sie dient als Vorstufe der TEL (Technische Einsatzleitung) die vom Landkreis Goslar im Großschadensfall gestellt wird. Darauf aufbauend wurde neben der ÖEL auch ein Konzept zur Bewältigung von Unwetter- bzw. von Flächenlagen entwickelt.

Die zivil-militärische Zusammenarbeit bei Großschadenslagen, insbesondere mit dem Kreisverbindungskommando der Bundeswehr wurde in den letzten Jahren im Landkreis Goslar intensiviert und gute Kontakte dabei geknüpft.

Für besondere Einsatzobjekte wurden Rettungskonzepte und Einsatzkonzepte und Richtlinien entwickelt, die mitunter auch in der renommierten Fachzeitschrift BRANDSCHUTZ Beachtung fanden. Es waren dies das Einsatzkonzept „Harzburger Hof“, die Rettungsrichtlinie „Burgbergseilbahn Bad Harzburg“, das Rettungskonzept „Baumwipfelpfad Bad Harzburg“ und das Einsatzkonzept „Vegetationsbrandbekämpfung im Nationalpark Harz bei Bad Harzburg“. All diese Konzepte erforderten vom Ortsbrandmeister und den Führungskräften ein hohes Maß an Planungszeit. Als jüngstes Kind ist derzeit die Erstellung eines Einsatzkonzeptes für die Verpflegung und Versorgung bei Großeinsätzen in Planung. Das Konzept welches in Zusammenarbeit von der Feuerwehr Bettingerode erstellt worden ist, soll in Kürze fertig gestellt werden. Erste Einsätze wurden schon damit bewältigt.

Für die bessere Auffindbarkeit der Löschwasserentnahmestellen wurde neben der grafischen und organisatorischen Erstellung einer Kartei (Löschwasserinformationssystem) der unterirdischen Löschwasserbehälter auch sämtliche Hydranten im Einsatzgebiet der Bad Harzburger Feuerwehr mit Hilfe von GPS-Geräten lagemäßig erfasst, mit den Daten der Stadtwerke abgeglichen und in neu beschaffte Navigationsgeräte implementiert, so dass man heute schon bei der Anfahrt zur Einsatzstelle die Lage der nächsten Hydranten angezeigt bekommt.

Zur Unterstützung des Einsatzführungsdienstes wurden auf dem Einsatzleitwagen diverse Führungsmittel angeschafft. Dies sind u.a. ein Laptop mit allen einsatzrelevanten Daten, ein IPad, ebenfalls mit einsatzelevanten Apps und Einsatzunterlagen. Ein stets aktuell gehaltenes Einsatzleiterhandbuch und sämtliche Feuerwehreinsatzpläne in elektronischer Form. Für die Lageübersichten im Einsatzleitwagen, im Messleitungsfahrzeug und im Stabsraum wurden ebenfalls diverse Führungshilfsmittel beschafft. Zentrale Schnittstelle ist hierbei die Einsatzleitsoftware EDP 4 für dessen Bedienung, Installation und Aktualisierung sich der Kamerad Florian Karlstedt seit einigen Jahren verantwortlich zeichnet.

Für die Verbesserung der Einsatzinformation nach einem Alarm wurden mit Einführung der digitalen Alarmierung im Feuerwehrhaus Bad Harzburg zwei Alarmmonitore installiert, auf denen die wichtigsten Informationen vor dem Ausrücken auf großen Monitoren angezeigt werden.

In punkto Sicherheit wurden eine ganze Reihe von Gefährdungsanalysen und Gefährdungsbeurteilungen erstellt, sowie sämtliche Dienstanweisungen zusammengefasst und die Alarm- und Ausrückeordnung regelmäßig angepasst.

Technische Ausstattung:
Gleich zu Beginn der Übernahme der Amtsgeschäfte konnte die bereits vom Ortsbrandmeister Wolfgang Diehr und dem Atemschutzbeauftragten Thomas Keck initiierte Einführung der Überdrucktechnik weiter fortgesetzt werden, so dass zum Jahresende 2007 die Bad Harzburger Feuerwehr komplett auf Überdrucktechnik umgestellt war. In den folgenden Jahren wurden zudem immer mehr Compositflaschen beschafft, dadurch konnte die Gewichtsbelastung der Atemschutzgeräteträger deutlich reduziert werden. Es wurden weiterhin die Chemikalienschutzanzüge ersetzt, so dass derzeit 7 CSA der Feuerwehr Bad Harzburg zur Verfügung stehen.

Zur Bewältigung der Verwaltungsarbeit wurde durch den Ortsbrandmeister Im Jahr 2006 eine Access Datenbank zur Einsatzverwaltung programmiert. Diese ging am 01.01.2007 an den Start und mittlerweile sind dort 2.099 Einsätze eingegeben. Ausgedruckt entspricht der Datenbestand ca. 5.000 Seiten Einsatzberichte.

Mit der Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses konnte auch endlich eine adäquate Atemschutzwerkstatt in Dienst gestellt werden, so dass heute fast alle Arbeiten, einschließlich des Füllens der Atemluftflaschen und der gerichtsfesten Prüfung und Dokumentation mit modernen Gerätschaften möglich sind. Neueste Errungenschaft ist eine moderne Prüf- und Kalibrierstation für die Mehrfachmessgeräte.

Zur Verbesserung bei der Unfallverhütung wurden die signalgelben C- und B-Schläuche bei der Bad Harzburger Feuerwehr eingeführt und die alten Strahlrohre gegen moderne automatische Hohlstrahlrohre ausgetauscht.

Ein langwieriges und sehr strittiges Unterfangen war die Beschaffung neuer Schutzkleidung. Die bei der Feuerwehr vorhanden orangene Schutzkleidung entsprach in weiten Teilen nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Brandbekämpfung und wurde sukzessive gegen die schwarze Einsatzbekleidung ausgetauscht. Und da der Sektor Einsatzbekleidung der schnelllebigste Bereich innerhalb der Feuerwehren derzeit ist, wird zukünftig eine noch wirkungsvollere Schutzkleidung in sandfarbenem Design bei den Bad Harzburger Feuerwehr Einzug halten. Hierbei haben sich die derzeitigen Bekleidungswarte der Bad Harzburger Feuerwehr sehr stark ins Zeug gelegt, damit den Einsatzkräften im Stadtgebiet zukünftig eine noch weiter verbesserte Schutzkleidung zur Verfügung steht.

In den Jahren 2014 und 2015 wurde der BOS-Funk komplett auf den Tetrafunk und somit auf Digitalfunk umgestellt. 2015 erfolgte zudem die Umstellung des Einsatzstellenfunks ebenfalls auf Tetrafunk. Hierbei haben sich die Funkbeauftragten Michael Wedde, Karsten Fuchs und Dennis Kronjäger große Verdienste erworben.

Für die Verbesserung im Bereich der Vegetationsbrandbekämpfung wurde eine spezielle Ausrüstung, bestehend aus leichten Schläuchen, Löschrucksäcken, speziellen Armaturen und einem 10.000 Liter fassenden Faltbehälter passend zum Waldbrandkonzept beschafft.

Im Vorgriff auf den im Jahr 2018 zu beschaffenden Gerätewagen Logistik II wurde im Jahr 2015 damit begonnen, Rollcontainer für spezielle Einsatzlagen zu beschaffen. Bislang konnten zwei Rollcontainer, einmal Wasserschaden und einmal Beleuchtung, in Dienst gestellt werden.

Zur Verbesserung der Umkleidemöglichkeiten bei Gefahrguteinsätzen konnte 2012 ein großes Schnelleinsatzzelt beschafft werden.

Innerhalb der letzten 10 Jahre wurde die Mess- und Spürausrüstung immer weiter vervollständigt und dies zum Teil aus privaten finanziellen Mitteln, so dass der Bad Harzburger Feuerwehr und der Kreismessleitung eine adäquate Ausrüstung für Einsätze bei Schadstofffreisetzungen zur Verfügung steht. Die Ausrüstung und das Fahrzeug wurden zudem mehrfach bei Großschadenslagen im Bad Harzburger Stadtgebiet, sowie auch kreisweit eingesetzt.

Ebenso wurde die medizinische Ausrüstung um Notfallrucksäcke, AED-Geräten, einem Spineboard, einer Schaufeltragen, mehreren Stiffneks und zwei Schleifkorbtragen erweitert. Für die Ausbildung wurde eine Reanimationsfamilie beschafft.

E
in weiterer technischer Fortschritt war die Beschaffung von umfangreichen Türöffnungsmaterialien, da seit zwei Jahren die Notfalltüröffnung zu einem häufiger vorkommenden Einsatzstichwort gehört. Mit der Beschaffung des Rüstwagens im Jahr 2009 einhergehend wurde zuvor bereits 2008 ein komplett neuer Hydraulik-Rettungssatz mit den damals stärksten Geräten im Wert von 30.000.- Euro beschafft. Damit verfügt die Bad Harzburger Feuerwehr derzeit über zwei komplette Rettungssätze.

Als neueste technische Verbesserung wird mit der Auslieferung des neuen HLF 20 ein E-Draulik Rettungssatz zusätzlich Einzug bei der Bad Harzburger Feuerwehr halten. In verschiedenen Aus- und Fortbildungsdiensten hatten die Einsatzkräfte schon genügend Gelegenheit gehabt, sich mit dieser neuen richtungsweisenden Technik zu beschäftigen.

Die materialmäßig umfangreichsten Beschaffungen waren der Umsetzung neuer Unfallverhütungsvorschriften geschuldet. Nachdem sich die Feuerwehr ab einem Meter Arbeitshöhe gegen Absturz zu sichern hat, mussten diverse Materialien im Bereich der Absturzsicherung beschafft werden. Hinzu kam, dass als Folge des Transrapid Unglücks die Betreiber von Seilbahnen etc. ebenfalls neue Sicherheitsvorschriften erfüllen mussten. Damit die Feuerwehr auch dieses Einsatzspektrum, im Fall Bad Harzburg hier speziell die Seilbahnrettung, erfüllen kann, war es notwendig auch hierfür diverse Gerätschaften zu beschaffen. Die Bad Harzburger Feuerwehr gehört somit auch in diesem Bereich neben der Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld mit zu den führenden Feuerwehren im Landkreis Goslar.

Zur technischen Ausstattung zählen aber auch noch weitere Dinge, die vornehmlich im Hintergrund zur Anwendung kommen. Dies sind u.a. die Einsatzverwaltungssoftwarelösungen und die Einrichtung eines serverbasierten Netzwerkes im neuen Feuerwehrhaus der Bad Harzburger Feuerwehr, die im Landkreis Goslar seinesgleichen sucht. Im Gerätewart- und auch im Atemschutzbereich wurden sämtliche Geräte in der EDV erfasst und mit Barcodes ausgestattet. Derzeit ist der Fachbereich Bekleidung dabei, die Einsatzkleidung ebenfalls elektronisch zu erfassen und mit Patches zu kennzeichnen.

Nach einem Brand am 27.10.2012 wo es zu erheblichen Alarmierungsproblemen gekommen war, wurde kurze Zeit später auf Intervention des Ortsbrandmeisters die Zusatzalarmierung über SMS-Alarm bei den Bad Harzburger Feuerwehren eingeführt.

Desweiteren wurden in den vergangenen Jahren diverse Geräte neu beschafft, hierzu zählen insbesondere die Chiemseepumpen, der Hochhubwagen, die mobilen Rauchverschlüsse und die Leuchtballone. Aber auch für den Ausbildungsbetrieb wurden u.a. zwei Großbildfernseher, mehrere Beamer und die gesamte Lehraalausstattung, sowie Ausrüstungsgegenstände für die Wasserrettung angeschafft. Für kameradschaftliche Veranstaltungen wurden Terrassenmöbel über den Förderverein und diverse Ausrüstungsgegenstände für die Teeküche beschafft.

Zu guter Letzt konnte noch über den Förderverein eine weitere Wärmebildkamera beschafft werden, so dass mit der Indienststellung des HLF 20 die Bad Harzburger Feuerwehr über mehrere Wärmebildkameras für die Einsatzleitung, den Angriffstrupp und den Sicherheitstrupp verfügen wird.

Ausbildung:
Eine gute und fundierte Ausbildung ist schon seit Jahrzehnten ein stets gepflegter Standard bei der Bad Harzburger Feuerwehr. Dieser Standard wurde kontinuierlich in den letzten zehn Jahren ausgebaut. So hatten die Kräfte der Einsatzabteilung mehrfach Gelegenheit, aufgrund der guten Kontakte zur Feuerwehr Bremen, dort an Realbrandausbildungen teilzunehmen. In den letzten beiden Jahren wurde diese besondere Ausbildung sogar für alle Feuerwehren im Stadtgebiet direkt am Feuerwehrhaus Bad Harzburg angeboten.

In vielen, oft anspruchsvollen und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeiteten Einsatzübungen war die Führungsgruppe immer bemüht, den Einsatzkräften eine möglichst reale Übungsvorgabe zu bieten. Erinnert werden soll hier nur an die Maipower-Übungen in Bremen und Wilhelmshaven, sowie an die Harzpower-Übung 2008 in Bad Harzburg.

Gut bewährt hat sich auch die neu eingeführte gruppenweise Ausbildung zu allgemeinen Feuerwehrthemen wie z.B. der Grundausbildung. Es gab in den letzten Jahren diverse Workshops und Wochenendseminare, wo die Einsatzkräfte ihr Wissen vertiefen konnten. Nicht zu guter Letzt konnten auch schon zweimal Anwenderlehrgänge im Bereich „Einfache Rettung aus Höhen und Tiefen“ für die Feuerwehren in der Stadt Bad Harzburg erfolgreich durchgeführt werden.

Abteilungen und Vereinsgründung:
Auf der Grundlage eines verschärften Steuerrechts wurde am 31.07.2009 der Förderverein der Bad Harzburger Feuerwehr gegründet. In den Jahren seit Bestehen des Fördervereins konnten somit aus den Beitragsmitteln diverse Anschaffungen in einem Wert von bislang ca. 25.000.- Euro getätigt werden. Auch wenn der Förderverein bei dem einen oder anderen Mitglied der Bad Harzburger Feuerwehr eher skeptisch gesehen wird, hat er sich doch zu einem Erfolgsmodell entwickelt und ohne dessen Unterstützung viele Anschaffungen für kameradschaftliche und einsatzrelevante Dinge nicht möglich gewesen wären.

Um dem demografischen Wandel und dem daraus resultierenden Mitgliederschwund entgegen zu steuern, wurde am 6.10.2012 die Kinderfeuerwehr „Feuerluchse“ gegründet. Auch die Kinderfeuerwehr hat sich bislang sehr gut entwickelt und stellt nun ein wichtiges Bindeglied innerhalb des Stadtfeuerwehrverbandes dar.

Nicht verwirklichte oder noch nicht abgeschlossene Projekte:
Aber es gab und gibt auch nicht verwirklichte Projekte, oder gescheiterte Einführungen von neuen Funktionen innerhalb der Bad Harzburger Feuerwehr. Hierbei ist die Etablierung eines Sicherheitsassistenten im Einsatz- und Ausbildungsdienst zu nennen. Dessen Einführung durch den Ortsbrandmeister erfolgt war, aber aufgrund der fehlenden Akzeptanz innerhalb der Feuerwehr wieder zurück genommen werden musste.

Trotz zahlreicher Hinweise in schriftlicher und mündlicher Form, konnte leider bis zur Übergabe der Amtsgeschäfte nicht die von der Feuerwehr aufgeführten Baumängel im und am Feuerwehrhaus beseitigt werden.

Auch die Beschaffung eines Einsatzfahrzeuges für den Brandmeister vom Dienst konnte bislang noch nicht realisiert werden, obwohl dies ein beträchtlicher Zeitgewinn insbesondere für die Erkundung bei allen anfallenden Einsätzen wäre und zudem eine deutliche Aufwertung für diesen zusätzlichen ehrenamtlichen Bereitschaftsdienst darstellen täte.

In Planung steht aber die Einführung einer First Responder Gruppe, hierzu hat der zukünftige Ortsbrandmeister Markus Hirsch bereits angekündigt, eine Planungsgruppe einzurichten.

Und zu guter Letzt konnte bislang aus Zeitgründen die Errichtung eines Gedenksteines für die verstorbenen Feuerwehrangehörigen am Schlauchturm noch nicht abgeschlossen werden.

Bad Harzburg, den 22.12.2015