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Sondereinheiten

Unsere Spezialisten für besondere Einsatzlagen

Der Feuerwehrmann (SB) lernt in seiner Karriere jede Menge und besucht eine Vielzahl an Lehrgängen und Fortbildungen. Dennoch kann und brauch er für spezielle Einsatzlagen nicht alles können. Für solche Fälle halten wir zusätzlich fachlich geschulte Gruppen oder Züge vor.

Örtliche Einsatzleitung bei Großschadens- und Sonderlagen

Sturm, Gewitter und Starkregen – nicht selten haben wetterbedingte Flächenlagen die Feuerwehr unserer Stadt in den letzten Jahren viel Arbeit bereitet. Einsatzzahlen im dreistelligen Bereich mussten am Ende aber nicht nur „auf der Straße“ abgearbeitet werden, sondern auch vorher aufgenommen, priorisiert, koordiniert und alle Tätigkeiten dokumentiert werden. Aber auch Gefahrguteinsätze, Brandeinsätze in besonders großen Umfang oder Amtshilfe bei Polizeilagen. Die Feuerwehreinsatzzentrale der Feuerwehr Stadt Bad Harzburg, ausgestattet mit modernster computergestützter Kommunikationstechnik, unterstützt bei Lagen der Führungsstufe C und D (Führen mit einer Führungsgruppe beziehungsweise mit einem Führungsstab) die Führungskräfte der Einsatzleitung und ist Ansprechpartner für beteiligte Behörden und Ämter.

Auf die Arbeit und Technik geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vielfach auch beruflich in Leitstellen tätige Einsatzkräfte, besetzen die einzelnen Arbeitsplätze in der Feuerwache am Holzhof und bilden damit das Personal für die „Örtliche Einsatzleitung bei Sonderlagen“.

Technikgruppe für die kreisweite Einheit „Information und Kommunikation

Aufgrund der immer weiter steigenden technischen Anforderungen und der Digitalisierung in der Einsatzdokumentation und -führung, wurde Anfang 2021 im Landkreis Goslar eine Einheit spezialisiert auf Information und Kommunikation (IuK) gegründet. In diesem Zuge wurde auch eine neue Technikgruppe für den Einsatzleitwagen 2 der Kreisfeuerwehr gesucht. Das Sonderfahrzeug ist seither bei der Ortsfeuerwehr Bad Harzburg am Holzhof stationiert und wird dort von unseren darauf spezialisierten Kräften administriert und ständig einsatzbereit gehalten.

Während es früher noch reichte ein Funkgerät bedienen zu können und mit Zettel und Stift einen Lagefilm zu führen – und das ist alles andere als böse gemeint – ist es heute weitaus anspruchsvoller, viel Technik, die zwar die Arbeit abnehmen und erleichtern soll, die aber auch erst einmal im vollem Umfang bedient werden möchte. In zusätzlichen Ausbildungsdiensten wird daher der Umgang mit der computergestützten Funk- und Telefontechnik und voll elektrischer, georeferenzierter Lagekartenführung und Livebildübertragung von Flugdrohnen geschult und immer wieder trainiert.

Im gesamten Landkreis wird dieses Fahrzeug bei Großschadenslagen wie Großbränden, Massenanfall von verletzten oder zu betreuenden Personen (MANV-Einsätze) sowie auch wetterbedingten Flächenlagen zur Unterstützung der örtlichen Einsatzleitung eingesetzt. Wird die Kreisfeuerwehr mit Bereitschaftszügen von anderen Behörden angefordert, rückt dieses Fahrzeug ebenfalls als „rollende Kommunikationszentrale“ der koordinierenden Bereitschaftsleiter mit aus.

Fachgruppe Gefahrgut

Immer wieder treten Unglücksfälle mit „Gefährlichen Stoffen- und Gütern“ auf. Selbst bei „herkömmlichen“ Brandbekämpfungseinsätzen hat die Feuerwehr diese spezielle Einsatzform immer wieder als eine sehr unangenehme Begleiterscheinung parallel zur Brandbekämpfung abzuarbeiten. Es vergeht kaum noch ein größerer Brandeinsatz, ohne dass die Gefahr der Schadstofffreisetzung gegeben ist.

Hinzu kommt noch, dass immer größer werdende Mengen von „Gefährlichen Stoffen und Gütern“ über die Straßen transportiert werden. Zählt man mal einige Zeit die Gefahrguttransporter die durch die Stadt Bad Harzburg rollen, so wird man erschreckender Weise schnell feststellen, daß mit Leichtigkeit täglich eine dreistellige Zahl erreicht wird.

Um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, stellt die Schwerpunktfeuerwehr Bad Harzburg mit Unterstützung der Ortsfeuerwehr Westerode eine der fünf Gefahrgutgruppen des Landkreises Goslar.

Diese Gruppe besteht aus aktiven Feuerwehrangehörigen, die zusätzlich zu Ihrer „normalen“ Feuerwehrausbildung und neben der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger, noch eine Ausbildung zur Bekämpfung von Gefahren, die von gefährlichen Stoffen und Gütern ausgehen, absolvieren. Neben den einsatztaktischen Vorgehensweisen bei der Gefahrgutabwehr werden den Feuerwehrleuten ein völlig neues Bewusstsein für die von Gefahrstoffen ausgehenden Gefahren, sowie der Umgang mit Spezialgeräten vermittelt. Unterrichtsthemen wie Rechtskunde, Gerätekunde, Abdichtungs-, Förder- und Auffangtechniken, Messen, Spüren und Probenehmen, chemische und physikalische Grundlagen stehen hier auf dem Ausbildungsplan.

Axel Breustedt
Stadtbrandmeister
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